Herrmannsdorfer Landhuhn-Tagebuch

Montag, 23. Januar 2012


GEBRAUCHSKREUZUNGEN

Immer wieder spreche ich in Führungen oder in Gesprächen mit Interessierten von Gebrauchskreuzungen. Zeit zu erklären, worum es sich dabei überhaupt handelt und was wir damit erreichen wollen:

Zu Beginn des Projekts Herrmannsdorfer Landhuhn haben wir ausschließlich mit reinrassigen Hühner der alten österreichischen Rasse „Sulmtaler“ gearbeitet. Schon nach kurzer Zeit hat sich jedoch herausgestellt, dass diese Hühner in den letzten 50 Jahren, in denen sie nicht züchterisch betreut wurden, viel von ihrem Potential eingebüßt haben. Sowohl die Legeleistung als auch die Mastleistung der reinrassigen Hühner ist derzeit soweit von den Leistungsdaten der Hybridhühner entfernt, dass die Wirtschaftlichkeit des Projekts unerreichbar schien.

Aus diesem Grund nehmen wir seit Herbst 2010 zusätzlich Hühner der französischen Rasse „Bresse“ – aus markenrechtlichen Gründen vom Bio-Geflügelzüchter Hetzenecker aufgrund ihrer blauen Füße “Les Bleues” genannt – genauer unter die Lupe. Und unsere Erfahrungen mit diesen Hühnern sind vielversprechend: Liegt die Legeleistung der Sulmtaler im Schnitt bei ca. 55%, so erreichen die französischen Hennen knapp 70%. Trotz dieser wirklich respektablen Eierleistung setzen letztere auch gut Fleisch an: Nach nur vier Monaten bringen sie im Schnitt lebend bereits 2,5 kg auf die Waage.

Um dazu beizutragen, die alte Rasse der Sulmtaler Hühner im Sinn des Arche-Gedankens zu erhalten und dennoch wirtschaftlich arbeiten zu können, haben wir begonnen, die beiden Rassen zu kreuzen. Heraus kommt eine bunte Mischung weißer Hühner mit Schopf, braun- gesprenkelter Hennen, beiger Hennen mit schwarzen Flecken und vieler andere Individuen.

Eines ist ihnen allen gemein: Sie sind vital und voller Lebensfreude. Welche Kreuzung (Sulmtaler Henne * Bresse Hahn oder Bresse Henne * Sulmtaler Hahn) nun die für uns geeignetere ist oder ob es gar keinen Unterschied macht, werden wir in Kürze wissen, wenn der im August gestartete Mastversuch ausgewertet ist.

6 Kommentare


  1. Joachim Alf sagt:

    Erfreue mich täglich an meinen eigenen Hühnern wenn sie im Garten herumlaufen. Es würde mich interessieren ob die von Ihnen gezüchteten Hühner als Legehennen natürlich mit Hahn zu erwerben sind? Aus den Artikeln geht das leider nicht hervor.
    Eine weitere Frage währe ob Ihre Waren auch im Versand zu erwerben sind.

    Mit freundlichen Grüßen Joachim Alf

  2. blogadmin sagt:

    Sehr geehrter Herr Alf,

    vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir finden es toll, dass Sie selbst Hühner halten!
    Bezüglich Ihrer Anfrage muss ich sie jedoch enttäuschen. Unsere Kapazität ist beschränkt. Daher verkaufen wir unsere Hühner lebendig ausschließlich an Partnerbetriebe, die uns wiederum die Eier liefern. Und auch unsere Brathühner und die Eier vom Herrmannsdorfer Landhuhn sind nicht per Versand sondern nur in den Läden der Herrmannsdorfer Landwerkstätten selbst zu erwerben.
    Es tut mir leid, dass ich keine besseren Nachrichten für Sie habe und wünsche Ihnen weiterhin viel Freude mit Ihren eigenen Tieren.
    Mit den besten Grüße,
    Angelika Gsellmann

  3. […] im Januar diesen Jahres unter dem Titel “Gebrauchskreuzungen” berichtet, testen wir die Mast- und Legeleistung der Nachkommen von Sulmtaler Hähnen und Les […]

  4. T Franke sagt:

    Hallo,

    ihre Eintrag ist zwar schon älter, leider habe ich aber in ihrem Blog keine Rückmeldung gefunden, welche der beiden Kreuzungen von Sulmtaler x Bresse nun die bessere für die Mast bzw. zum Legen ist.

    Freue mich über eine Antwort.

    Gruß,
    Thorsten Franke

  5. blogadmin sagt:

    Hallo Herr Franke,

    vielen Dank für Ihre Nachfrage. Momentan arbeiten wir mit Kreuzungstieren, deren Mütter Les Bleues und deren Väter Sulmtaler sind. Die Hennen dieser Kreuzung werden Legehennen, ihre Brüder werden gemästet.

  6. Michelle sagt:

    Ein wirklich sehr interessanter Beitrag. Wir selbst halten bergische Kräher.

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