Herrmannsdorfer Landhuhn-Tagebuch

Freitag, 23. April 2010


DER TIERARZT WAR DA

Heute Morgen hat uns ein Geflügelfachtierarzt besucht. Nein, keine Sorge, unsere Hühner sind nicht krank. Es ging bei diesem ersten Beratungsgespräch vor allem um die Themen Impfung und Hygiene.

Auch im Biobereich ist es üblich die Hühner gegen alle möglichen Virusinfektionen zu impfen. Eine Impfung (jene gegen Newcastle Desease, auf Deutsch „atypische Geflügelpest“,  ist lt. Geflügelverordnung sogar Pflicht) Man kann dazu nun stehen wie man möchte. Ein Faktum ist, dass die Art von Haltung, welche wir anstreben, in bestimmten Bereichen größere gesundheitliche Risiken für die Hühner mit sich bringt als eine konventionelle Haltung.

  • Unsere Tiere kommen im Auslauf unvermeidlich mit Wildvögeln und damit potentiellen Überträgern etlicher Krankheiten in Kontakt.
  • Die Tiere die wir mästen leben länger als in konventioneller Haltung und laufen daher auch Gefahr Krankheiten zu bekommen, welche Tiere, die mit 6 Wochen schon geschlachtet werden, gar nicht betreffen können. (Grund: die lange Inkubationszeit bestimmter Infektionen)
  • Das Bio-Getreide welches unsere Hühner fressen kann nicht, wie im konventionellen Bereich üblich, mittels Fungiziden frei von Pilzsporen gehalten werden. Pilzsporen bzw. Insekten die von den Pilzsporen leben sind ebenfalls Verursacher einiger Geflügelkrankheiten.

Erkrankt EIN Tier, steckt sich meist die gesamte Gruppe an. Manche Erkrankungen töten die gesamte Herde. Andere verlaufen viel harmloser. Oftmals schlagen sich die Erkrankungen aber auf den Legetrakt der Hennen. Das beeinträchtigt die Legeleistung manchmal dauerhaft. Im Mastbereich geht eine Erkrankung fast immer mit einem langsameren Wachstum einher.

Unsere Philosophie ist es unsere Tiere vorerst nur gegen die wichtigsten Krankheiten impfen zu lassen und im Laufe der Zeit herauszufinden, welche Impfungen auf unserem Betrieb, mit unseren Haltungsbedingungen, unserem Futter, etc. wirklich notwendig sind.

Übrigens: Bei den Impfungen zeigt sich auf drastische Weise, wie hochspezialisiert und intensiv die Geflügelhaltung ist: Die kleinsten am Markt erhältlichen Impfdosen sind für 1.000 Hühner gedacht …

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