Herrmannsdorfer Landhuhn-Tagebuch

Mittwoch, 16. Mai 2012


UNSERE TIERISCH GUTE WOHNGEMEINSCHAFT

Es ist wieder soweit – die Weidesaison ist eröffnet!  In den Wintermonaten, wenn die Vegetation ruht oder von Schnee bedeckt ist, stellen wir unsere mobilen Hühnerställe hofnah auf. Das erleichtert die tägliche Versorgung der Tiere. Futtersäcke und Wasser  müssen nicht soweit gefahren bzw. getragen werden und wenn die Temperaturen unter -20°C rutschen oder wir Jungtiere zur Aufzucht haben, können wir auch mal Stromkabel zu den Ställen legen und den Tieren ein bisschen einheizen. Verstellt werden die Ställe im Winter nicht. Einerseits frieren sie am Boden fest, andererseits würde es wenig Sinn machen, da es zwischen November und März weder hier noch da blüht und grünt.

Ganz im Unterschied zu jetzt: Das Futter steht in vollem Saft und das Gras wächst fast schneller, als die Mäuler und Schnäbel auf der neuen Schweine-Rinder-Hühnerweide es aufnehmen können. Und das obwohl sich die 80 Schweine, 1.000 Hühner und 7 Rinder alle Mühe geben! Vor allem in den Morgenstunden und am späten Nachmittag / Abend schmatzen, picken und käuen sie wieder was das Zeug hält. In der heißen Mittagszeit geht es meist ab in die Hecke. Dort lässt es sich im Schatten herrlich suhlen, staubbaden und einfach vor sich hindösen. Die tierische Wohngemeinschaft funktioniert dabei richtig gut. Die Mitglieder der einzelnen Spezies haben Respekt voreinander aber Berührungsängste sind keine zu beobachten. Die Hühner picken mit Vorliebe dort nach Insektenlarven und -eiern, wo die Schweine die Grasnarbe aufgewühlt haben und revanchieren sich für diesen „Service“ mit gelegentlicher Schweine-Körperpflege. Die Rinder wiederum sollen dafür sorgen, das Gras kurz und knackig-frisch zu halten. Dafür lassen die Schweine und die Hühner sie auch von den Gemüseabfällen aus unseren Bistros mitnaschen.

1 Kommentar

RSS: Einträge und Kommentare