Herrmannsdorfer Landhuhn-Tagebuch

Dienstag, 29. November 2011


NICHT NUR GLEICH UND GLEICH GESELLT SICH GERN

Anlass für unser Experiment waren ein Marder und ein Fuchs, die unsere Masthühner im Herbst tyrannisierten. So penibel wir auch jeden Morgen und Abend die Ställe kontrollierten, wir konnten es nicht verhindern, dass sich das mörderische Duo, meist im Schutz des Nebels, immer wieder an fast schlachtreifen, saftigen Hühnern vergriff.

Der stromdurchflossene Draht, den wir nur 4-5 cm über dem Boden um den Auslauf spannten, berührte regelmäßig schon nach wenigen Tagen Grashalme, Äste und Blätter, was den Strom ableitet und den E-Zaun wirkungslos macht. Von der Lebendfalle, die wir vom Jäger aufstellen ließen, ließen sich die Räuber auch nicht beeindrucken.

Da stellten wir unseren Maststall kurzerhand mitten auf die Schweine- und Rinderweide. Wenn die Säugetiere die Hühner auch nicht aktiv beschützen, so irritiert ihre Anwesenheit den Marder und Fuchs doch vielleicht zumindest, so unser Gedanke. Und siehe da – der Plan ging auf. Ohne Scheu sucht das Federvieh die Nähe der großen Tiere auf. Besonders beliebt bei den Hühnern sind Ausflüge in die Schweinehütten. Und wir genießen die idyllischen Bilder der Wohn-gemeinschaft.

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Montag, 21. November 2011


KURZFILM üBER UNSERE LANDHüHNER IM WWW

„Die Bioküche“ – das neue Magazin für die ökologische Außer-Haus-Verpflegung (Verlag Neuer Merkur GmhH) hat drei nette Kurzfilme über Herrmannsdorf in den eigenen Youtube-Kanal hochgeladen.

Es geht um das Thema Biofleisch für Gastronomie und Catering, die Warmfleischmetzgerein in Herrmannsdorf und … um unsere Hühner. Mehr dazu sehen Sie hier.

In der Januar-Ausgabe des Magazins wird zusätzlich ein Artikel über das Herrmannsdorfer Landhuhn erscheinen. Mehr Infos dazu unter www.die-biokueche.de.

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Mittwoch, 16. November 2011


DAS GANZE IST MEHR ALS DIE SUMME SEINER TEILE

In diesem Sinne freue ich mich sehr, Ihnen hier unseren neuen Partnerbauern, Herrn Robert Stahuber vorstellen zu dürfen.

Der passionierte Bio-Milchviehbauer aus dem wenige Kilometer von uns entfernten Feldkirchen sprach mich schon vor über einem Jahr auf unsere gefiederten Freunde an. Er hätte einen wunderschönen Obstgarten, meinte er, in dem er auch gerne Hühner in einem mobilen Stall halten würde aber die Direktvermarktung passe nicht so gut zu seinem Hofkonzept. Vergangenen Winter haben wir Herrn Stahuber zum ersten Mal besucht und was wir sahen und spürten gefiel uns außerordentlich gut: Ein tolles Areal für Hühner und ein schöner Hof – belebt und bewirtschaftet von Menschen mit Herz, Hirn und fleißigen Händen, die hinter dem stehen, was sie tun. Und wo die Wellenlänge passt, ist man sich auch bezüglich der Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit rasch einig. So ist Familie Stahuber nun seit Herbst stolze Hüterin einer Schar von 225 Hennen der Zweinutzungsrasse „Les Bleues“. Diese bewohnen, gleich den unsrigen, ein Hühnermobil der Firma Weiland, freuen sich über täglichen Auslauf und werden mit demselben Futter gefüttert wie unsere Tiere. Daher verkaufen wir seit Oktober auch die Eier der Hennen der Familie Stahuber unter der Bezeichnung „Eier vom Herrmannsdorfer Landhuhn“.

Durch diese fruchtbare Zusammenarbeit gelingt es uns nun ein klein wenig besser, der großen Nachfrage nach Eiern von einem Zweinutzungshuhn in unseren Läden gerecht zu werden und den Kundinnen und Kunden dadurch überhaupt erst die Möglichkeit zu geben, ihrer Unzufriedenheit mit der Tatsache, dass auch im Biolandbau die männlichen Küken der Legehybridhennen am ersten Lebenstag getötet werden, durch ihre Kaufentscheidung Ausdruck zu verleihen.

Herr Stahuber könnte von der Haltung der Hennen alleine natürlich nicht leben. Bei dieser Anzahl an Tieren handelt es sich beim Erlös für die Eier nach Abzug der Futterkosten und den Abschreibungen für den Kauf der Stallungen um ein kleines Zubrot. Aber die Arbeit mit den Hühnern macht ihm und seinen Kindern, die die Aufgabe haben, die Eier einzusammeln, Freude und es ist wieder ein klitzekleiner Schritt mehr, die Hühnerhaltung zurück auf bäuerliche Höfe zu bringen.

Liebe Familie Stahuber, wir freuen uns, dass sie unser Netzwerk bereichern und bauen auf eine lange, für beide Seiten bereichernde Zusammenarbeit!

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Freitag, 11. November 2011


BERüHMTE HüHNER

Am Donnerstag, 1. Dezember 2011 kann man unsere Herrmannsdorfer Landhühner um 22:00 Uhr im Programm „Odysso“  im SWR-Fernsehen sehen. Die Kameraleute haben meinen Praktikanten Michael Kutzob und mich eineinhalb  Tage lang beim Stall versetzen, Zäunen,Füttern, Eier packen und anderen Arbeiten begleitet. Wir sind schon sehr gespannt auf den Bericht!

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Montag, 7. November 2011


LISA, DAS HUHN – DEMNäCHST ERHäLTLICH IM HOFMARKT

„Lisa, das Huhn“ – so lautet der Titel dieses netten kleinen Bilderbüchleins für große und kleine Kinder.

Lore Guderjahn erzählt darin die Geschichte einer unglücklichen Legebatteriehenne, die nicht mehr für ihren Besitzer, der sie einsperrt, arbeiten möchte. Dem mutigen Tier gelingt die Flucht aus seinem traurigen Dasein. Aber das Leben in Freiheit steckt voller Herausforderungen. So muss Lisa erst lernen, zu scharren, sich nachts vor dem Fuchs in Acht zu nehmen oder Wasser und Nahrung zu finden. Doch die Hauptdarstellerin des kleinen Lesevergnügens hat Glück: Mit Hilfe liebevoll gezeichneter Bewohner und Bewohnerinnen des Waldes gelingt es Lisa einen Bauernhof zu finden, auf dem es aufgenommen wird und seinen Bedürfnissen entsprechend leben darf.

Als kleinen „Schönheitsfehler“ des Büchleins empfinde ich die Darstellung des Legebatteriebesitzers als geldgierigen Bösewicht. Klar steckt hinter dem konventionellen SYSTEM die Raffsucht der Menschheit, aber die den Eiervertreibenden Konzernen zuarbeitenden Vertragsgeflügelhalter per se sind weder böse Menschen noch werden sie durch ihre Tätigkeit reich.

Aber wenn man „Raffi“ den Besitzer der im Buch beschriebenen Legebatterie als Synonym für das System auffasst und über ein paar fachliche Fehlinformationen, wie dem, daß Hennen das Eierlegen willentlich einstellen können, hinwegsieht,  kann ich das Buch zum Vorlesen und selber Lesen für alle kleinen Freunde und Freundinnen des Federviehs nur empfehlen. Es endet mit den Zeilen: „Durch mutige Hühner wie Lisa und tierliebende Menschen wurde Raffi schließlich dazu gezwungen, für die Legehennen bessere Lebensbedingungen und mehr Platz zu schaffen. Allerdings sind noch viele, viele Hühner ihr Leben lang eingesperrt.“ Wie aktuell diese Worte sind, zeigt die Legegemeinschaft Die Biohennen in ihrem neuen Newsletter „Ausgebrütet“ auf.

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