Herrmannsdorfer Landhuhn-Tagebuch

Freitag, 30. Juli 2010


NACHWUCHS

Abend für Abend hat sie sich auf die frisch gelegten Eier gesetzt um zu brüten, Abend für Abend habe ich ihr die Eier abgenommen um sie Ihnen im Hofmarkt zum Kauf anzubieten.

Aber ihre Ausdauer hat sich bezahlt gemacht. Schlussendlich habe ich unser Bresse-Huhn aus dem Legehennestall in den freien Kanninchenstall umgesiedelt und ihr acht Eier zum Bebrüten unter geschoben. Drei Wochen lang ist sie brav darauf gesessen. Nur einmal pro Tag ist sie aufgestanden um zu fressen, zu trinken und den Darm zu entleeren.

Und heute war es dann soweit: Zwei Küken sind geschlüpft!

Wirtschaftlich ist das natürlich nicht (-> siehe Artikel vom 5.Mai 2010).

Aber schön ist es anzuschauen, wie sie jetzt mit ihrer wachsamen Mutter frei im Hof umherlaufen. Und Ausdauer soll doch auch belohnt werden, oder?

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NOMINIERUNG FüR DEN FöRDERPREIS öKOLOGISCHER LANDBAU

Hurra! Unser gemeinsames Projekt, liebe Darlehensgeber und Darlehensgeberinnen, ist für den Förderpreis ökologischer Landbau, deutschlandweit ausgeschrieben von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, in der Kategorie “Vermarktung“ in die Endauswahl gekommen! Unsere Chance den Preis zu gewinnen beträgt nun 50%.

Nun machen sich die Juroren

am Dienstag, den 24. August 2010 um 15:00 Uhr

vor Ort ein Bild von unserem Engagement.

Wenn auch Sie den PreisrichterInnen und möglicherweise auch Leuten von der lokalen Presse erzählen möchten, warum Sie die Idee der Landhuhn-Darlehen, des Landhuhn-Tagebuchs, der Führungen zu den Hühnern etc. gut finden, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie an diesem Tag zu uns kommen und uns unterstützen würden! Bei Interesse melden Sie sich bitte bei mir unter gsellmann@herrmannsdorfer.de. Ich zähle auch diesmal wieder auf Ihre Hilfe!

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Dienstag, 20. Juli 2010


„KAMPF DEM AMPFER!“

… lautete das Motto des heutigen Morgens. Im Morgennebel sind wir, die LandwirtInnen des Guts einschließlich den Lehrlingen und PraktikantInnen, unserem Chef, Herrn Karl Schweisfurth, seiner Frau Gudrun und einigen mutigen Kolleginnen aus der Verwaltung, auf’s Kartoffelfeld hinausgefahren um DEM Problemunkraut der Landwirtschaft schlechthin, dem stumpfblättrigen Ampfer (lat. Rumex obtusifolius) den Kampf anzusagen.

  • Der stumpfblättrige Ampfer ist auf den Weiden so unbeliebt weil er von den Tieren aufgrund des hohen Oxalsäuregehalts nicht oder nur im ganz jungen Stadium gefressen wird.
  • Auf den Mähwiesen können die LandwirtInnen ihn nicht leiden, da er mit seinem großen Blattanteil der lange Wasser speichert die Futterkonservierung erschwert und schließlich doch verschmäht im Futtertrog liegen bleibt.
  • Und auf unserem Kartoffelacker nimmt das schnellwüchsige Kraut mit seiner großen Blattmasse den Feldfrüchten wertvollen Platz, Licht, Wasser und Nährstoffe weg und schmälert so den Ernteertrag des Schweine- und Hühnermastfutters.

Leider ist der Ampfer äußerst konkurrenzstark und breitet sich mehr und mehr aus.

  • Mit seinen bis zu 2 m langen Wurzeln kann er sich ausgezeichnet mit Nährstoffen und Wasser versorgen, dass er munter wächst wenn andere Pflanzen längst leiden.
  • Eine Einzelpflanze bildet etwa 7.000 Samen, die vom Wind vertragen werden.
  • Im Boden können diese etwa 40–50 Jahre überleben und keimfähig bleiben.

Was also tun?

In der konventionellen Landwirtschaft wird der Ampfer meist mit chemischen Mitteln bekämpft.

Ihm in der biologischen Landwirtschaft Herr zu werden ist weitaus schwieriger. Im Feldbau kann man ihn, möglichst noch vor der Samenreife, eigentlich nur mit mechanischen Mitteln bekämpfen.

Solange die Feldfrüchte noch jung sind kann man beispielsweise „striegeln“, sprich die jungen Ampferpflanzen mit einem Gestell aus Metallzinken, welches man an den Traktor anhängt, aus der Erde reißen und somit zumindest im Wachstum hemmen.

Sind die Kartoffeln erst mal richtig angewachsen, kann man dem Ampfer nur noch mit bloßen Händen bzw. einem manuell zu bedienenden Ampferstecher zu Leibe rücken.

Glauben Sie mir, die mächtigen Pflanzen samt Wurzelstöcken aus der Erde zu ziehen ist eine ganz schöne Plackerei und die Größe des Felds lässt den Mut leicht sinken. Da hilft nur sich stets bewusst zu machen, dass man Un- bzw. Beikräuter in der biologischen Landwirtschaft nie ganz beseitigen wird können und das das auch nicht der Sinn der Sache ist. Das Ziel ist vielmehr, sie im Zaum zu halten. Und mit vereinten Kräften ist es uns in dieser Morgenstunde doch gelungen den Ampfer zumindest auf einem Teil des Kartoffelfelds ein bisschen Paroli zu bieten.

Wer bei der nächsten „Landpartie“ mitmachen und sich im Sinne der Community Supported Agriculture hautnah ein Bild von der Beikrautdezimierung in der biologischen Landwirtschaft machen möchte , wende sich unter gsellmann@herrmannsdorfer.de an mich!

Ich bin schon mal gespannt, ob sich jemand traut!

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