Herrmannsdorfer Landhuhn-Tagebuch

Montag, 26. Oktober 2015


VIELFALT STATT EINFALT – STEIGENDES HüHNERWOHL

Da ein Teil unserer Winterauslaufflächen wenig Deckungsmöglichkeiten für unsere Hühner liefert, haben wir heuer eine spezielle Hühnerpflanzenmischung, vorwiegend bestehend aus einjährigen Wildblumen- und Kulturpflanzenarten ausgesät.

DSC_0129[1]Die Ahnen unserer Haushühner waren eigentlich Bewohner von Wald- und Heckenlandschaften. Dementsprechend sind sie auch heute noch darauf aus, ihre ursprünglichen Bedürfnisse zu befrieden. Da auf unseren Winterauslauflächen teilweise noch keine großen Bäume und Hecken wachsen, sind wir den Tieren verpflichtet, ihnen einen möglichst artgerechten Lebensraum zu gestalten. So haben wir heuer auf einer Breite von etwa 2m eine speziell auf Hühner abgestimmte Blüh-, Deckungs,- und Ernährungsmischung eingesät. So wachsen hier neben diversen Wildblumenarten auch Kulturpflanzen wie Mais, Sonnenblumen, Buchweizen, Ackerbohnen, Wicken, Phacelia und viele andere Arten zur Freude unserer Hühner.

 

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Dienstag, 20. Oktober 2015


HERRMANNSDORFER LANDHUHN – WIEDER „GUT ZU FUß“

Heute hat das Betreuerteam der Herrmannsdorfer Landhühner ein neues Betriebsauto übergeben bekommen.

Unser altes Wald-und-Wiesen-Auto, nämlich ein alter grüner Suzuki Samurai hat uns seit Anbeginn des Herrmannsdorfer Zweinutzungshuhnprojekt seine treuen und zuverlässigen Dienste erwiesen. In letzter Zeit hat es jedoch schon markante Altersschwächeerscheinungen gezeigt. Nicht zuletzt wurde es besonders stark von den Weideschweinen und den Weiderindern in die Mangel genommen. Besonders die alte Haus-und-Hof-Veteranin Finja, eine stolze Original Grauvieh-Dame musste ab und zu ihren Frust, kein Hühner- und Entenfutter zu bekommen, am alten Hühnersuzuki abarbeiten. Nicht selten war dieser in ernsthafter Gefahr durch die überbordende archaische Kraft der Graurinder, umgeworfen zu wIMG_0008erden.

Nun werden wir den Graurindern und Schweinen ein bisschen die Leviten lesen, aber auch „an ihre Vernunft appellieren“.

Das zukünftige Gebrauchsfahrzeug ist ein Ford Ranger, bei dem wir auf die Ladefläche ein Futtersilo und zusätzlich ein mobiles Gebläse installieren möchten, sodass wir in Zukunft eine gewisse Arbeitserleichterung bei unseren alltäglichen Fütterungstouren „spüren“ dürfen. Außerdem kommen wir damit unserem hehren Ziel, das tägliche Futter so frisch wie nur möglich unseren Schützlingen zu präsentieren, einen entscheidenden Schritt näher.

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Donnerstag, 8. Oktober 2015


UND NUN SIND WIR SCHON ZU DRITT!

Vier Jahre, nachdem die Familie Stahuber als Partner in die Haltung unserer Zweinutzungshühner eingestiegen ist (wir berichteten darüber unter „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“), freuen wir uns nun über die Erweiterung unseres Netzwerks:

Seit Ende August diesen Jahres wohnt eine Gruppe der Herrmannsdorfer Landhühner auf dem Hannerlhof der Familie Wallner. Claudia und Jakob Wallner bewirtschaften Ihren landwirtschaftlichen Betrieb in Thonbichl in der Nähe von Tattenhausen (ca. 20 km von Herrmannsdorf entfernt) schon seit vielen Jahren biologisch. Die Haupteinnahmen erzielen sie in der Haltung von Mutterkühen und der Vermarktung hofeigener Produkte. Auf dem Hannerhof wird „Bio und Mehr“ geboten und seit Generationen im Einklang mit der Natur gearbeitet. Aber auch eine kleine, bunte Truppe Hühner bereicherte schon immer den Hannerlhof und versorgte sowohl die achtköpfige Familie als auch ein paar Ab-Hof-Kunden mit beigen, grünen und braunen Eiern. Dieser Betriebszweig sollte ausgebaut werden. Doch welche Hennen sollten zukünftig den Stall bewohnen? Hybridhennen, welche sich auf´s Haar glichen und deren Brüder als Küken geschreddert wurden, kamen für die überzeugten Biobauern nicht in Frage. Deshalb nahm die Bauersfamilie Wallner Kontakt mit Herrmannsdorf auf und half uns kurz darauf bei einem Kapazitätsengpass ganz unkompliziert mit der Aufzucht einer Gruppe Bruderhähne aus der Patsche. Das gab uns Gelegenheit einander kennen zu lernen. Familie Wallner baute den Stall um und ziemlich genau ein Jahr später zog nun die erste Herrmannsdorfer Junghennengruppe in ihr neues Zuhause um.

Mit Bio-Legehennenfutter gefüttert und Grünauslauf am Thonbichler Berg legen nun die Damen mittlerweile schon eifrig. Ihre Eier können Sie an Hand der Nummer

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als deren indentifizieren. Noch sind sie etwas kleiner aber das liegt am zarten Alter der Hennen. Spätestens fürs Weihnachtgebäck rechnen wir mit fast nur noch kochbuchtaugliche M-Eiern von den Herrmannsdorfer Landhuhn aus Thonbichl.  Liebe Familie Wallner, wir freuen uns, dass Sie das Projekt Herrmannsdorfer Landhuhn mit uns mittragen und freuen uns auf eine lange, für beide Seiten bereichernde Zusammenarbeit!

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Donnerstag, 24. September 2015


ERNTEDANKFEST 2015

Fotografiert von Grischa Elokhin

Es ist wieder so weit: Am Sonntag, den 4.Oktober feiern wir das fröhlichste Fest im Jahreszyklus – Erntedank!

Für Sie als Freund oder Freundin des Herrmannsdorfer Landhuhns ist bestimmt der Programmpunkt “ SAFARI ZUR GROSSEN SYMBIOSE“ besonders interessant. Es handelt sich dabei um die einzige Möglichkeit im Jahr, sich die tierische Wohngemeinschaft aus nächster Nähe anzusehen.

AB 11:00 Uhr – inkl. 17:00 Uhr fahren wir mit Ihnen zu jeder vollen Stunde mit dem Land Rover und dem Schlepper auf die große Weide, erzählen Ihnen etwas zu den Tieren und beantworten Ihnen alles, was sie immer schon über die Herrmannsdorfer Landhühner, die Weideschweine, die Pensionsrinder und die Enten wissen wollten.

Der kleine Ausflug dauert etwa 30 – 45 min (je nachdem wie viel Sie fragen) und ist kostenlos. Sie brauchen sich auch nicht anzumelden sondern einfach zur „Safari Ein- und Ausstiegsstelle“ direkt an der Hofeinfahrt kommen.

Wir freuen uns auf Sie!

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Montag, 14. September 2015


HERRMANNSDORFER LANDHUHN – EIN STARKES TEAM

Franziska Rabe

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Pauline Sonntag

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Pauline Sonntag, Georg Zankl, Franziska Rabe

Seit September umsorgt ein stark-engagiertes Trio das Herrmannsdorfer Geflügel. So freuen wir uns sehr über die wertvolle Unterstützung zweier junger Mitarbeiterinnen.

Seit September ist Franziska Rabe als Mitarbeiterin beim Herrmannsdorfer Landhuhn angestellt. Wir freuen uns sehr, eine gelernte Landwirtin für unseren Betrieb gewonnen zu haben.

Ebenfalls dürfen sich die Hühner auch seit September über die neue Auszubildende Pauline Sonntag freuen.

Beide zukünftigen Fachfrauen der Hühnerhaltung- und Zucht sind hochmotiviert und tatkräftig zupackend.

…Beste Voraussetzungen für ein optimales Tierwohl!

 

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Donnerstag, 3. September 2015


EIGENE FUTTERMISCHUNG – DER WEG IN DIE UNABHäNGIGKEIT

Als große Fans der Unabhängigkeit liegt uns eine hofeigene, autarke Futterversorgung unserer Tiere besonders am Herzen.

Aus diesem Grund sind wir seit diesem Jahr drauf und dran unsere verschiedenen Hühnerfuttermischungen komplett selbst herzustellen.

Zur Zeit werden einmal wöchentlich die verschiedenen Getreidearten frisch geschrotet zu einer ernährungsphysiologisch ausgewogenen Futterration zusammengestellt. So werden neben verschiedenen Getreide-, Hülsenfrüchte- und Ölsaatenarten auch getrocknetes und geschrotetes Kleegras, Jura-Kalksteinchen, essentielle Mineralien, Sojaöl dem Futter beigemengt. Unser Sojaöl entstammt unserem Sojanetzwerk, ein Zusammenschluss von Bauern aus dem süddeutschen Raum, welche sich dem eigenen Sojaanbau verschrieben haben.

Dieser zusätzliche Arbeitsaufwand bringt jedoch ein Hühnerfutter höchster Qualität hervor. Denn mit zunehmender Lagerzeit reduziert sich der Nähr- und vor allem der Vitalstoffgehalt des Futters enorm, da vor allem der wertvolle Keim mit seinen diversen essentiellen Fettsäuren nach der Schrotung schnell verdirbt.

Na ja, wie heißt es so schön: „wer seine Tiere liebt, der ist zu allem bereit!“

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Mittwoch, 26. August 2015


WEGSCHMEIßEN IST FREVEL – OPTIMALE VERWENDUNG VON HERRMANNSDORFER ALTBROT

IMG_5860In Deutschland landen nach wie vor gut ein Drittel aller produzierten Lebensmittel über kurz oder lang in der Müllverbrennungsanlage. Wenn alle Rohstoffe mit einbezogen werden, welche z.B. bereits als Ernterückstände auf dem Feld liegen bleiben, weil sie nicht der Norm entsprechen, sind es hierzulande bereits rund 50% potentieller Lebensmittel, die „der Verwesung“ zum Opfer fallen.

Besonders markant ist die Situation bei diversen Großbäckereien.

In Herrmannsdorf hat man den Spagat zwischen unerfüllten Bestellungen  und Überproduktion recht gut im Griff. Da dennoch ein kleiner Teil an Gebäck anfällt, welches nicht für den menschlichen Verzehr geeignet ist, haben wir uns entschlossen heuer ein paar Fütterungsversuche zu starten. So werden unsere Masthähne und unsere Weideenten zusätzlich mit Altbrot gefüttert.

Das Ergebnis ist besonders respektabel. Allen Unkenrufen zum Trotz, die Tiere würden zu wenig Eiweiß bekommen und damit zu langsam wachsen, haben sich unsere Tiere sehr prächtig entwickelt und ausgezeichnete Schlachtkörper hervorgebracht.

Oberstes Ziel muss tunlichst sein, Überproduktion zu vermeiden. Sollten dennoch hin und wieder Überschüsse anfallen, dann lassen sich diese ausgezeichnet zu exquisiten Herrmannsdorfer Brattieren veredeln!IMG_5851

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Donnerstag, 20. August 2015


HAHN FRIDOLIN – EINE STARKE BEZIEHUNG

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Foto: Barbara Fuchs

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Foto: Barbara Fuchs

Schon als Küken ist uns besonders ein Tier aufgefallen, welches ganz besonders zutraulich zu uns Menschen ist.

Das besondere Küken lief sogar Gefahr, eines Tages im Eifer des Gefechts von uns zertreten zu werden. Bei der Fütterung ließ es sich jedesmal hochheben und intensiv kraulen. Eine besondere Beziehung entwickelte sich zwischen dem heranwachsendem Hahn und der Nachbarstochter, welche immer nach der Schule das Wohl ihres Gefährten kontrollierte. Im Lauf der Zeit sind beide verlässliche Kameraden geworden. In den großen Ferien durfte der besondere Hahn immer auf Besuch zu seiner Beschützerin. Schon von weitem gab es beiderseits ein großes Hallo beim allmorgendlichen Wiedersehen. Geduldig ließ Fridolin all die Liebhudeleien über sich ergehen und durfte desöfteren auch im Auto mitfahren. Mit den langen Tagen des Jahres vergingen auch die großen Sommerferien und Fridolin wuchs zu einem mächtigen Les-Bleues-Hahn heran.

Natürlich darf ein solch treuer Gefährte und Lebensabschnittsbegleiter nicht einfach zur Schlachtbank geführt werden.

Seit den Sommerferien darf er die ihm angediehene Liebe an seine Hennenherde bei der Partnerbauernfamilie Wallner weitergeben. Und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt er noch heute…

 

 

 

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Montag, 20. Juli 2015


FLAUMIGER NACHWUCHS IN HERRMANNSDORF

Mitte Juli haben wieder 400 Enten Einzug auf den Herrmannsdorfer Weiden gehalten. Es handelt sich um Moulardenenten, einer Kreuzung aus Warzenenten und Pekingenten.

Gerade recht kommt ihnen dabei die aktuelle Hitzewelle, da die Küken besonders in den ersten Lebenstagen viel Wärme benötigen. Zunächst bekommen unsere Schützlinge spezielles Kükenfutter, d.h. geschrotetes Getreide und Hülsenfrüchte. Sobald sie größer geworden sind, werden sie eigenes Herrmannsderfer Getreide, Restbrot aus der Herrmannsdorfer Bäckerei, Gemüsereste aus der Herrmannsdorfer Gärtnerei bekommen. Der Großteil und das Highlight ihrer Nahrung besteht jedoch aus einer Menge Schnecken, Würmer, Insekten, Wiesenkräuter und alles was uns so die Herrmannsdorfer Weiden schenken.

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Mittwoch, 15. Juli 2015


EIN ENTSCHEIDENDER SCHRITT WEITER ZU EINER SO ARTGERECHT WIE MöGLICHEN ENTENHALTUNG – BAU EINES NATUR-ENTENTEICHES

In den ersten zwei Juliwochen rollten schwere Baufahrzeuge über den nördlichen Teil unserer Obstweide… Ein 500 Quadratmeter großer Naturteich soll entstehen. Da uns in Herrmannsdorf das ganzheitliche Wohl unserer Enten besonders am Herzen liegt und wir die Bedürfnisse der Tiere optimal befrieden wollen, bauen wir nun ein kleines Entenbiotop! Als Teichfläche haben wir uns an den Standort angepasst und haben dafür eine natürlich vernässte Mulde gewählt.

Zusammen mit der Beratung vom österreichischen Agrarrebell Sepp Andreas Holzer haben wir einen etwa 2m tiefen Naturteich aus „dem Boden“ gehoben. Mit aufwendiger Rüttelmethode haben wir ringsherum einen Sperrdamm gebaut, der das Wasser am Abfließen hindern soll. So soll sich im Lauf der Zeit das Hangzugwasser und das Regenwasser aufstauen und sich ein natürliches Teichbiotop entwickeln. Im Lauf der Zeit werden wir dann typische Uferpflanzen einbringen. Um für ausreichend Bioturbation, d.h. eine dauerhafte Verwirbelung des Wassers zu sorgen, sollen auch natürliche Teichbewohner, wie Teichmuscheln oder Friedfische integriert werden.

In diesem Sinne freuen wir uns auf einen nachhaltigen Erfolg für die biologische Vielfalt. Bleibt nur abzuwarten was unsere zukünftigen Enten dazu zu schnattern haben…

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